Die Europäische Union hat mit der Verordnung (EU) 2025/1988 ein weitreichendes Verbot für PFAS-haltige Schaumlöschmittel beschlossen. Für Unternehmen bedeutet das: Die Zeit zum Umstellen auf fluorfreie Feuerlöscher läuft. In diesem Artikel erfahren Sie alles über die neuen Vorschriften, wichtige Fristen und wie Sie Ihren Betrieb rechtzeitig auf die umweltfreundlichen Alternativen umstellen.
Was sind PFAS und warum sind sie problematisch?
PFAS steht für Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen - eine Gruppe von über 10.000 synthetischen Chemikalien, die seit den 1950er Jahren in verschiedenen Produkten eingesetzt werden. In Feuerlöschern sorgen sie für die filmbildenden Eigenschaften von Schaumlöschmitteln.
Das Problem: PFAS sind extrem langlebig und werden daher auch als "Ewigkeitschemikalien" bezeichnet. Sie bauen sich in der Natur praktisch nicht ab und reichern sich in Böden, Gewässern und im menschlichen Körper an.
Gesundheitsrisiken durch PFAS:
- Erhöhtes Krebsrisiko (insbesondere Nieren- und Hodenkrebs)
- Schilddrüsenerkrankungen und Hormonstörungen
- Beeinträchtigung des Immunsystems
- Entwicklungsstörungen bei Kindern
- Erhöhte Cholesterinwerte
PFAS wurden bereits weltweit im Grundwasser, in Lebensmitteln und im Blut von Menschen nachgewiesen. Die Kontamination durch Löschschaum bei Bränden oder Übungen hat an vielen Standorten zu erheblichen Umweltschäden geführt - mit teuren Sanierungsmaßnahmen als Folge.
Die EU-Verordnung 2025/1988 im Detail
Am ist die EU-Verordnung 2025/1988 in Kraft getreten. Sie regelt das stufenweise Verbot von PFAS-haltigen Löschmitteln in der gesamten Europäischen Union - einschließlich der kurzkettigen C6-Telomere (PFHxA), die zuvor noch als "weniger bedenklich" galten.
Wichtige Fristen im Überblick:
EU-Verordnung tritt in Kraft
Verbot des Inverkehrbringens und Neubefüllens von PFAS-haltigen Schaumlöschern
Verlängerte Übergangsfrist für alkoholbeständige Schaumlöscher in tragbaren Feuerlöschern
Endgültige Frist: Alle PFAS-haltigen Löschmittel müssen aus dem Markt genommen sein
Wichtig: Ab Oktober 2026 können PFAS-haltige Feuerlöscher bei der regulären Wartung nicht mehr mit dem bisherigen Löschmittel befüllt werden. Planen Sie daher rechtzeitig die Umstellung!
Fluorfreie Feuerlöscher: Die sichere Alternative
Die gute Nachricht: Moderne fluorfreie Schaumlöschmittel sind keine Kompromisslösung, sondern eine vollwertige Alternative. Sie erfüllen alle Anforderungen der DIN EN 3 und bieten vergleichbare oder sogar bessere Löschleistungen als herkömmliche PFAS-haltige Produkte.
Vorteile fluorfreier Feuerlöscher:
- Umweltfreundlich: Biologisch abbaubar, keine Boden- oder Grundwasserkontamination
- Gesundheitlich unbedenklich: Keine krebserregenden oder hormonstörenden Substanzen
- Rechtssicher: Erfüllen alle aktuellen und zukünftigen EU-Vorschriften
- Volle Löschleistung: Für Brandklassen A und B geeignet, DIN EN 3 zertifiziert
- Einfache Entsorgung: Kein Sondermüll, geringere Entsorgungskosten
- Versicherungskonform: Keine Ausschlussklauseln für PFAS-Schäden
Bei Juschka Brandschutz setzen wir bereits seit Jahren konsequent auf fluorfreie Löschmittel. Bei der Feuerlöscher-Wartung beraten wir Sie gerne zur Umstellung und zeigen Ihnen die besten Optionen für Ihren Betrieb.
Versicherungsrisiken bei PFAS-Feuerlöschern
Ein oft unterschätzter Aspekt: Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat im April 2025 seine unverbindlichen Musterbedingungen um eine neue Klausel ergänzt. Mit dieser können Versicherer Schäden durch PFAS grundsätzlich ausschließen.
Was das für Sie bedeutet:
- Bei einem Brand mit PFAS-Löschmitteleinsatz könnten Folgeschäden nicht mehr versichert sein
- Sanierungskosten für kontaminierte Böden können schnell sechsstellige Beträge erreichen
- Auch Haftpflichtansprüche Dritter (z.B. Nachbarn) könnten ausgeschlossen werden
- Prüfen Sie Ihre Versicherungspolicen auf entsprechende Klauseln
Mit fluorfreien Feuerlöschern umgehen Sie dieses Risiko vollständig. Im Einsatzfall entstehen keine Umweltschäden, die zu Versicherungsstreitigkeiten führen könnten.
Was Sie jetzt tun sollten: Handlungsempfehlungen
Die Umstellung auf fluorfreie Feuerlöscher ist keine Frage des "Ob", sondern des "Wann". Wir empfehlen, nicht bis zur letzten Frist zu warten, sondern frühzeitig zu handeln:
Checkliste zur Umstellung:
- Bestandsaufnahme durchführen:
Erfassen Sie alle Feuerlöscher in Ihrem Betrieb. Prüfen Sie anhand der Typenschilder oder Dokumentation, welche PFAS-haltige Löschmittel enthalten. - Nächste Wartungstermine prüfen:
Wann steht die nächste Wartung an? Kombinieren Sie die Umstellung mit dem regulären Wartungstermin, um Kosten zu sparen. - Fachbetrieb kontaktieren:
Lassen Sie sich von einem qualifizierten Brandschutz-Dienstleister beraten. Wir erstellen Ihnen ein individuelles Umstellungskonzept. - Budget einplanen:
Je nach Alter und Zustand Ihrer Feuerlöscher kann ein Löschmittelaustausch oder ein Neugerät sinnvoller sein. - Versicherung informieren:
Teilen Sie Ihrer Versicherung die Umstellung mit. Dies kann sich positiv auf Ihre Konditionen auswirken.
Jetzt auf fluorfreie Feuerlöscher umstellen!
Wir beraten Sie zur Umstellung und erstellen Ihnen ein individuelles Angebot.
Beratung anfordernFazit: Frühzeitig umstellen lohnt sich
Das PFAS-Verbot ist keine bürokratische Hürde, sondern ein wichtiger Schritt für Umwelt- und Gesundheitsschutz. Fluorfreie Feuerlöscher bieten die gleiche Sicherheit bei deutlich geringeren Risiken - für die Umwelt, für Ihre Mitarbeiter und für Ihr Unternehmen.
Wer frühzeitig umstellt, vermeidet Engpässe, profitiert von einer entspannten Planung und zeigt Verantwortungsbewusstsein. Bei Juschka Brandschutz unterstützen wir Sie dabei - mit Erfahrung, Kompetenz und dem Blick fürs Wesentliche.
Quellen: EU-Verordnung 2025/1988, Umweltbundesamt, Bundesverband Brandschutz-Fachbetriebe (bvbf), Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Stand: Januar 2026.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Fachberatung. Für verbindliche Auskünfte zu Ihrem konkreten Fall kontaktieren Sie uns gerne direkt.