Brandschutztüren sind ein zentrales Element des baulichen Brandschutzes. Sie können im Ernstfall Leben retten, indem sie die Ausbreitung von Feuer und Rauch verzögern und Fluchtwege sichern. Doch damit sie ihre Schutzfunktion erfüllen, müssen sie korrekt genutzt, regelmäßig gewartet und fachgerecht montiert werden.
1. Brandschutztüren: Funktion und Bedeutung
- Schutz vor Feuer und Rauch: Brandschutztüren verhindern die Ausbreitung von Flammen und Hitze, Rauchschutztüren stoppen zusätzlich die Rauchausbreitung. Oft werden beide Funktionen kombiniert.
- Selbstschließend: Brandschutztüren müssen sich nach jedem Öffnen selbstständig und vollständig schließen, um im Ernstfall sofort wirksam zu sein.
- Einsatzorte: Sie finden sich in Fluren, Treppenhäusern, Brandwänden und überall dort, wo Fluchtwege und Gebäudeteile gesichert werden müssen.
2. Türschließer: Richtig einstellen und warten
Ein korrekt eingestellter Türschließer ist entscheidend dafür, dass die Brandschutztür zuverlässig schließt:
- Schließgeschwindigkeit: Sie sollte so gewählt werden, dass die Tür rasch, aber nicht gefährlich schnell schließt – Kinder, ältere Menschen oder Menschen mit Behinderung müssen die Tür sicher passieren können.
- Endschlag: Der Endschlag bestimmt, mit welcher Kraft die Tür ins Schloss fällt. Er sollte so eingestellt sein, dass die Tür sicher und möglichst geräuschlos schließt.
- Regelmäßige Kontrolle: Türschließer können sich mit der Zeit verstellen oder verschleißen. Daher sind regelmäßige Funktionsprüfungen und Nachjustierungen unerlässlich.
- EN-Klasse beachten: Die Schließkraft muss zur Türgröße und -masse passen. Für Brandschutztüren sind meist Türschließer der EN-Klasse 7 erforderlich.
3. Feststellanlagen: Komfort und Sicherheit kombinieren
Viele Betriebe möchten Brandschutztüren im Alltag offenhalten. Das ist jedoch nur mit einer zugelassenen Feststellanlage erlaubt:
- Funktionsweise: Feststellanlagen halten die Tür offen und sorgen im Brandfall dafür, dass sie automatisch schließt, sobald der Brandmelder auslöst.
- Komponenten: Eine Feststellanlage besteht aus Feststellvorrichtung, Brandmelder, Handauslösetaster, Stromversorgung und ggf. Signalgeber.
- Vorteile: Sie bieten mehr Komfort und verhindern unerlaubte Manipulationen wie das Verkeilen der Tür mit Keilen oder Seilen, was streng verboten ist und sogar strafbar sein kann.
- Wartung: Auch Feststellanlagen müssen regelmäßig geprüft und gewartet werden, um die Funktion im Ernstfall zu garantieren.
4. Häufige Fehler im Umgang mit Brandschutztüren
Kritische Fehlerquellen:
- Verkeilen oder Offenhalten ohne Feststellanlage: Dies ist einer der gravierendsten Fehler und kann im Brandfall lebensgefährlich sein. Nur zugelassene Feststellanlagen dürfen verwendet werden.
- Unsachgemäße Montage: Fehler wie das Ausschäumen der Zarge, falsche Schrauben oder eine nicht lotrechte Ausrichtung führen dazu, dass die Tür nicht richtig schließt und ihre Zulassung verliert.
- Beschädigte oder fehlende Dichtungen: Intakte Dichtungen sind essenziell für die Schutzfunktion, da sie das Eindringen von Rauch und Feuer verhindern.
- Manipulation am Türblatt: Das Durchbohren des Türblatts (außer für Türspione oder zugelassene Ankerplatten) ist nicht erlaubt und zerstört die Brandschutzwirkung.
- Unzureichende Wartung: Defekte Scharniere, beschädigte Dichtungen oder fehlerhafte Türschließer müssen umgehend von Fachpersonal repariert werden.
5. Praktische Tipps für den Alltag
- Brandschutztüren immer geschlossen halten, außer sie sind mit einer Feststellanlage ausgestattet.
- Kennzeichnungsschild nicht entfernen oder verdecken – es dient als Nachweis der Zulassung.
- Keine unerlaubten Aufkleber oder Beklebungen anbringen, da sie die Feuerwiderstandsfähigkeit beeinträchtigen können.
- Mitarbeiter regelmäßig schulen und auf die Bedeutung und den richtigen Umgang mit Brandschutztüren hinweisen.
Fazit:
Brandschutztüren sind nur dann ein effektiver Schutz, wenn sie fachgerecht montiert, regelmäßig gewartet und im Alltag korrekt genutzt werden. Türschließer und Feststellanlagen erhöhen die Sicherheit und den Komfort – vorausgesetzt, sie sind richtig eingestellt und werden nicht manipuliert. Wer die wichtigsten Regeln beachtet und typische Fehler vermeidet, trägt aktiv zum Schutz von Menschenleben und Sachwerten bei.